Der Übergang auf den Backhaul von Mobilfunkverkehr über paketvermittelte Netze sowie auf reine IP-Funkzugangsnetze ermöglicht es Betreibern von Mobilfunk- und Transportnetzen, ihre Betriebskosten zu begrenzen und die massive Zunahme des Breitband-Mobilfunkverkehrs besser zu bewältigen, insbesondere mit der Einführung von HSPA+ und LTE. Jedoch sind leistungsfähige Leitungen nicht ausreichend, um den Bedarf der Netzbetreiber an engen SLAs mit garantierter Zuverlässigkeit und Dienstqualität zu erfüllen. Von den Anbietern von Backhaul-Diensten wird erwartet, dass sie die Performance-Zusagen in Bezug auf Paketverlust, Verzögerung, Jitter und Verfügbarkeit einhalten, um die für Mobilfunkdienste erforderliche hohe QoS gewährleisten zu können.
Die einzige Möglichkeit für Betreiber von Transportnetzen, über paketvermittelte Netze die Performance-Schlüsselindikatoren ihrer Dienste zu kontrollieren und Ende-zu-Ende- SLAs zu garantieren, besteht in der Implementierung eines Mobilfunk-Demarkationsgeräts (MDD) an jedem Dienst-Übergabepunkt, wie etwa einem Mobilfunk- oder Hub-Standort oder einem Aggregationsknoten.
Die MDDs der Produktreihe ETX-A von RAD unterstützen leistungsfähige Funktionen für das Verkehrsmanagement und die Dienstverfügbarkeit über Ethernet-basierten Backhaul zur Sicherstellung der Endezu- Ende-Transparenz auf dem gesamten Dienstpfad. Dank der hoch entwickelten Funktionen für das SLA-Management, die Performance-Überwachung und die OAM-Diagnose können Netzbetreiber mit den MDDs der Produktreihe ETX-A ihre Backhaul-Netze in Segmente unterteilen, um Probleme ausfindig zu machen und deren Ursache zu bestimmen – ohne kostenintensive Vor-Ort-Besuche und Dienstabschaltungen.
Die MDDs von RAD bieten statistisch Analysefunktionen und garantieren zudem die Ausfallsicherheit der Dienste sowie eine Ersatzwegumschaltung in weniger als 50 ms mit mehreren Umschaltmechanismen für herkömmliche lineare Netze und für Ringtopologien.
Obwohl der Übergang zur paketvermittelten Technologie bereits in Angriff genommen wurde, müssen die Betreiber von Mobilfunk- und Transportnetzen nach wie vor die Dienstverfügbarkeit für den 2G- und 3G-Sprachverkehr sicherstellen, gleichzeitig aber auch die Qualitätsanforderungen für die aufkommenden datenintensiven und Rich- Media-Anwendungen erfüllen. Darüber hinaus sind zahlreiche Netzbetreiber abgeneigt, was "Rundum"-Upgrades auf Glasfaser- und native paketvermittelte Netze betrifft, und nutzen vielmehr ihre vorhandenen installierten Systeme weiter.
Die Mobilfunk- und Aggregations-Gateways von RAD übertragen 2G-, 3G- und 4G-Verkehr über jedes beliebige Transportnetz, wobei Echtzeit-Sprachdaten und Best- Effort-Daten generationsübergreifend und effizient verarbeitet werden, unabhängig vom jeweiligen physikalischen Layer. Hierzu gehören die Unterstützung von Glasfaser, Kupfer und Punkt-zu-Punkt-Mikrowelle (TDM und Ethernet) sowie für PDH, DSL (SHDSL.bis, ADSL2/2+ und VDSL), ATM, SDH/SONET, GPON und Carrier Ethernet.
Die Produktreihen ACE und IPmux unterstützen TDM-Pseudowire- Standards, um die Performance von mindestens SDH/ SONET sowie die Rückwärtskompatibilität zur weiteren Verfügbarkeit von Legacy-Diensten in neuen Netzen zu gewährleisten. Außerdem unterstützen die ACE-Gateways ATM-Pseudowire.
Da bei asynchronen paketvermittelten Netzen Paketverzögerungen, Verzögerungsschwankungen und Paketverluste auftreten, erfordern sie zuverlässige Synchronisierungslösungen für den Backhaul von Mobilfunkverkehr, um das Risiko für Dienstunterbrechungen und für die Beeinträchtigung der Zellenübergabe auszuschalten.
Die SyncToP-Plattform hochleistungsfähiger Taktrückgewinnungs- und Taktverteilungsverfahren von RAD verfügen über leistungsfähige Frequenz-, Phasen und ToD-Angleichungsfunktionen (Tageszeit). Diese sind in unterschiedliche Mobilfunk-Demarkationsgeräte sowie in Mobilfunkund Aggregations-Gateways integriert, um die zuverlässige Übertragung von Echtzeitverkehr sicherzustellen, ohne dass teure externe Synchronisierungsgeräte angeschafft werden müssen.
Zu den unterstützten Technologien gehören Precision Time Protocol (PTP) gemäß IEEE 1588v2, Synchronous Ethernet, NTR (Network Timing Reference) über SHDSL sowie Adaptive Clock Recovery (ACR).
Diese ermöglichen die äußerst präzise und nahtlose Bereitstellung von 2G-, 3G- und 4G-Verkehr durch Backhaul über paketvermittelte Netze. Dabei werden QoS-Prioritäten für die Taktübermittlung sichergestellt sowie die strengen Anforderungen für den Backhaul von Mobilfunkverkehr erfüllt, einschließlich der festgelegten Frequenzgenauigkeit von 50 ppb (Teile pro Milliarde) für GSM und 16 ppb für 2G CDMA und 3G UMTS.
Das von RAD angebotene Portfolio mit speziellen Lösungen für die Bereitstellung von Mobilfunkverkehr in abgelegenen Regionen umfasst ein vollständiges Angebot erschwinglicher Lösungen, die schnell und kosteneffizient für den Backhaul von Mobilfunkverkehr über Kupfer-, Glasfaser und Funkverbindungen implementiert werden können. Zu den am häufigsten genutzten Lösungen gehören das SHDSL.bis-Modem ASMi-54 mit integriertem Router oder Multiplexer, der Glasfaser-Multiplexer Optimux-108L der drahtlose Breitband-Multiplexer Airmux- 400 sowie die Glasfaser-TDM-Pseudowire-Gateways der Produktreihe IPmux-xL. Die als Gegenstelle für die Multiservice-Zugangsplattform Megaplex-4100, das Glasfaser- und Kupfer-Multiplexer-Rack LRS-102 oder das hubseitige Pseudowire-Zugangsgateway IPmux-155L am POP des Netzbetreibers eingesetzten Geräte ermöglichen es den Betreibern, jede verfügbare Infrastruktur zu nutzen, um entfernte 2G- und 3G-Basisstationen zu ihren jeweiligen Controllern zu nutzen.
Die Ethernet-Demarkationsgeräte der Produktreihe RICi transportieren HSPA- und Sprachverkehr über eine weit verbreitete TDM-Infrastruktur von IP Node B zu deren Controllern. So können Netzbetreiber ihre Investitionen in die vorhandene Infrastruktur maximieren und gleichzeitig die QoS für neue Dienste garantieren.
RAD hat außerdem eine Reihe von Ethernet-Aggregationslösungen entwickelt, die eine Datenrate von bis zu 10 GBit/s zu paketvermittelten Netzen und bis zu STM-16/OC-48 für den SDH/SONET-Transport ermöglichen. Die als Gegenstelle von den Carrier Ethernet-Demarkations- und Mobilfunk-Demarkationsgeräten von RAD eingesetzten Geräte bieten ein integriertes End-to-Edge-System für den sehr zuverlässigen und robusten Zugang, Backhaul und Transport mit umfassenden Mechanismen für die SLA-Zusicherung.