In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Pseudowire-Technologie als die De-Facto-Lösung für die Migration von Legacy-Kommunikationsdiensten auf kosteneffiziente paketvermittelte Netze höherer Bandbreite etabliert. Heute werden TDM-Pseudowires in zahlreiche gängige Dienste implementiert und werden für die durchgängige transparente Übertragung von Sprach-, Video- und Datenverkehr über Ethernet-, IP- oder MPLS-Backbones genutzt.
Bei der Pseudowire-Emulation (PW-Emulation) handelt es sich um eine Methode für die Übertragung beliebiger Layer-2-Protokolle über paketvermittelte Netze. Durch die Einrichtung logischer Verbindungen oder virtueller Tunnel im paketvermittelten Netz ermöglicht sie die nahtlose Verbindung zwischen zwei Netzelementen. Bei TDM-Pseudowire werden die übertragenen E1-, T1-, E3- oder T3-Datenströme nach dem Eintritt in das Netz in Pakete gekapselt und am Pseudowire-Ausgang rekonstruiert, wo außerdem Taktsignaldaten regeneriert werden. Daher wird Echtzeit- Verkehr ohne Verzerrungen transparent übermittelt. Dabei wird zum einen das komplexe Umsetzen von Signalisierungsdaten vermieden und zum anderen sichergestellt, dass die Kriterien für die Synchronisierung erfüllt werden.
Als wegbereitender Verfasser verschiedener RFC-Spezifikationen, Empfehlungen und Implementierungsvereinbarungen für Pseudowire ist RAD aktiv an der Ausarbeitung der wichtigsten Pseudowire-Industriestandards durch die IETF, die ITU, die MFA und das MEF beteiligt. Seit der Markteinführung der TDMoIP-Pseudowire-Kapselung im Jahr 1999 hat RAD weltweit mehr als 110.000 Pseudowire- Verbindungen implementiert. Mit unseren weit reichenden Fachkenntnissen und unserem branchenführenden Know-how können wir bewährte Lösungen entwickeln, die die unterbrechungsfreie Verfügbarkeit von TDMAnwendungen sicherstellen. Dabei werden Legacy-Systeme, wie Klasse-4- und Klasse-5-Switches, TK-Anlagen und TDM-Multiplexer, in vollem Umfang unterstützt.
RAD bietet verschiedene TDM-Pseudowire-Zugangs-Gateways an, von kleinen teilnehmerseitigen Geräten bis hin zu Aggregationsgeräten hoher Kapazität für Vermittlungsstellen oder Points-of-Presence (POPs). Die IPmux-Familie von TDM-Pseudowire-Gateways (siehe die Seiten 150-154) verarbeitet Datenströme auf voll und auf teilbelegten E1/T1- sowie auf E3/T3-Leitungen direkt am Teilnehmerstandort, während der Gmux-2000 (siehe die Seiten 156-157) über ein modulares Gehäuse für die Aggregation und den Abschluss von Pseudowire-Verkehr verfügt. Gemeinsam bieten sie die Leitungserweiterung über paketvermittelte Netze mit VLAN-basierter Differenzierung von Diensten. Als Medien werden hierfür Glasfaser, Kupfer, HFC, Mikrowelle sowie der Satellitenzugang genutzt. Darüber hinaus verfügen die TDM-Pseudowire-Zugangs- Gateways über dedizierte ASICs mit allen TDM-Pseudowire- Standardmodi. Dabei werden die dienstspezifischen Performance-Kriterien durch Ende-zu-Ende-QoS und OAMAttribute erfüllt.
RAD bietet außerdem innovative TDM-Pseudowire-Gateways im SFP-Format (Small Form Factor Pluggable) an. Durch diese einfache und kosteneffiziente Alternative zu Konvertierungskarten wird maximale Benutzerflexibilität gewährleistet. Das MiTOP-E1/T1 und das MiTOP-E3/T3, die sich schnell und mühelos in jeden Fast Ethernet-Geräteport mit kompatiblem SFP-Anschluss einstecken lassen, vereinfachen das Management und benötigen weniger Platz, Energie und Kabel (siehe Seite 158).
Die TDM-Pseudowire-Zugangs-Gateways von RAD bieten bei der Bestimmung des Migrationspfads zum paketvermittelten Netz ein hohes Maß an Flexibilität, da alle Dienste und Übertragungsprotokolle nach der "Access Agnostic"-Methode übermittelt werden. Weitere Vorteile:
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Übernahme der vorhandenen Endbenutzergeräte
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Keine Investitionen in separate, dienstspezifische Netze
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Unterstützung des schnellen und unterbrechungsfreien Upgrade von Legacy-Diensten auf zukunftsorientierte Netze
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Vereinfachung von Netzwerkmanagement, -wartung und -betrieb
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Versorgung von mehr Benutzern über dieselbe Infrastruktur
Etablierte Netzbetreiber können ihre Betriebskosten senken und ein Abwandern von Kunden auf ein Minimum reduzieren, indem sie herkömmlichen Verkehr mit neuen Einnahmequellen, wie etwa E-Line- und E-LAN-Dienste, über kosteneffiziente paketvermittelte Netze bereitstellen.
Alternative Service Provider und Kabelnetzbetreiber mit paketbasierter Infrastruktur können ihren Kundenstamm vergrößern, wenn sie ihr Layer-2- Portfolio um traditionelle Standleitungs- und Festverbindungsdienste erweitern.
Unternehmen können ihre IT-Ausgaben für PSTN-Verbindungen und die Kommunikation zwischen Niederlassungen reduzieren, indem sie TK-Anlagen-, ISDN BRI-, Video- und Datenverkehr auf einer einzigen kostengünstigen Ethernet-Verbindung zusammenfassen.
Betreiber von Mobilfunk- und Transportnetzen können ihre Backhaul- Kosten verringern und die SLA-Durchsetzung für benachbarte Masten oder für Mastgruppen über Fast/Gigabit Ethernet-Zugangsringe sicherstellen.
Typische TDM-Pseudowire-Anwendungen
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Standleitungsdienste über Ethernet, IP oder MPLS
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Dienstbereitstellung über Zugang zu paketvermittelten Netzen
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Festverbindungs- und transparente LAN-Dienste über Metro Ethernet
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Backhaul von Mobilfunkverkehr über paketbasierten Transport
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Ersetzen von Standleitungen durch paketbasierten Transport für Unternehmen
Da paketvermittelte Netze in sich asynchron sind, kommt es zu Beeinträchtigungen, wie Paketverzögerungen, Verzögerungsschwankungen und Paketverlusten. Die TDM-Pseudowire-Gateways von RAD verfügen über ACRFunktionen (Adaptive Clock Recovery) und Synchronisierungsverfahren, mit denen die Schwäche paketvermittelter Netze aufgehoben und die Ende-zu- Ende-Taktgenauigkeit für Echtzeit-Dienste gewährleistet werden kann. Die den ITU-T-Spezifikationen G.823 und G.824 entsprechenden Geräte sichern die Multivendor-Kompatibilität und unterstützen die Frequenzgenauigkeit im ppb-Bereich (Teile pro Milliarde).